Dinnesen

Theodor Dinnesen, "Tünnes" (1904 - 1965): 

Latein

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(Leider war kein besseres Foto aufzutreiben)

Wenn Tünnes naht mit rotem Backen, ... ...

In unserer Abi-Zeitung reimte Eckhardt: „Wenn Tünnes naht mit roten Backen, gibt's für Lateiner was zu knacken.“ Ja, Studienrat Theodor Dinnesen , genannt „Tünnes“, unterrichtete hauptsächlich Latein am Domgymnasium. So sehen wir ihn in der Erinnerung, recht lebhaft, etwas untersetzt und mit unverkennbar hoher Stirn ( nein, es war eine richtige Glatze). Sein immer rosiger Teint nicht nur des Gesichts, nein, des ganzen runden Kopfes, verfärbte sich bei freudiger Erregung, besonders aber bei ärgerlichen Anlässen tief rot und leuchtete wie eine „Osram“-Glühbirne, und seine kleinen Äuglein funkelten unter der braunen Hornbrille.

„Tünnes“ pflegte Latein durchaus handgreiflich zu lehren. Bis zur Mittelstufe konnte er, durch Schwatzen oder sonstige Unterrichtsstörungen aufgebracht, mit rotem Kopf sehr behende zu den Übeltätern eilen, sich hinter sie stellen, um die Köpfe eines oder auch zweier gleichzeitig mit beiden Händen zu bearbeiten. In der Oberstufe war das natürlich nicht mehr angebracht, da förderte er das Denkvermögen der Lateinübersetzer, indem er sie nach vorne rief, sich hinter sie stellte, sie mit dem Kaninchengriff leicht im Nacken, an den Ohren oder an den Haaren des Hinterkopfes griff und dann Latein übersetzen ließ. Bei Fehl-leistungen konnte er zur Ermunterung fester zupacken. Ob es geholfen hat?

Seine Ausführungen unterstrich er gewöhnlich durch ein angehängtes „nich wahr?“ oder auch „nich wahr, nich?“ und wenn er so richtig in Fahrt war, steigerte er das zum „nich wahr, nich, nich?“

Aber ansonsten war er eine Seele von Mensch, begeisterter Cellist, bildete sich sogar in Bremen als Streicher dieses Instruments weiter fort.

Wie heißt es in unserer Abi - Zeitung zum Schluss?:

„......... vorbei sind die Lateinerstunden
für uns und alle, dich und mich,
und das ist schön, nich wahr, nich, nich,
nich wahr, nich, nich?“

© Ulrich Kohlstädt 2012