2017 Bericht

Eigenverantworteter Bericht über die Vogelsberg-Wanderung der 13m/61 vom 24. bis 28. Mai 2017.


So will ich denn kundtun, welche kleinen Erlebnisse uns beschieden waren. Wieder einmal war es geglückt, sechs alte Knacker, nein rüstige Rentner im Spätnachmittag ihres Erdenda­seins, der einst ruhmreichen 13m/61 zu einer Jahreswanderung zusammenzubringen. Dabei zeigte sich Uli bemerkenswerterweise von Anfang an durch pünktliche entschlossene Planung dieser Tour in seinen Heimatgefilden aus. Auswahl des Zeitpunktes, der Nachtquartiers und der Verköstigungsstätten tadellos.

Glaubt ja nicht, daß ich mich einer chronologischen Berichterstattung befleißige. Ulis Pro­gramm gibt das alles wieder. Hoffentlich wird sich Helmuts Gram in Grenzen darüber halten, daß kulturelle Abschweifungen rar sind. Aber ein geziemend Maß an Fotos wird hoffentlich von den betreffenden aufnahmebegeisterten Wanderkameraden den Weg in das Netz finden.

Also wir trafen am 24. Mai im Hotel Stadt Schlüchtern ein: Wolfgang Brück, Lutz von Hamm, Ulrich Kohlstädt, Ken-Peter Paulin, Helmut Rager, Dieter Seydler . Ihr möget Nach­sicht walten lassen, daß ich Promotionsnachweise dreist vernachlässigt habe.

Etwas Seltsames zur Beschuhung. Kräftige hohe Wanderschuhe, als ob es ins Hochgebirge geht, aber ohne hier eher nicht benötigte Steigeisen. Dafür sollten Stöcke beidseitig helfen, die Schritte zu sichern. Nur ich gab mich mit Walkingschuhen zufrieden. Aber Ken, was hatte der denn an den Füßen? Hm, das sah aus wie Socken mit Noppen an dünnen Sohlen. War das bekömmlich oder biß er die Zähne zusammen. Wir wissen ja seit dem Rheinsteig, daß er ein harter Knochen ist.

Wir sind weder Nachtmützen noch Schlafmützen. Das weiß auch Uli. Aber er konnte uns ei­nen Schlüchterner Nachtwächter präsentieren. Dieser redselige Laternenmann erzählte uns das, was es seiner Meinung nach kundzutun gab. Zum Schluß gab es einen Schnaps von sei­nem Kameraden, der uns hinter einer Hecke aufgelauert hatte.

Burg Brandenstein. Der Burgvogt gab sich und uns die Ehre, das - nun ja - nicht zu Begeiste­rungsstürmen hinreißende Gemäuer zu zeigen, leider nur von außen. Unsere Beachtung fand der Krempel unserer Altvorderen mit „Haitek“-Werkzeugen (oder so ähnlich) aus Holz und Eisen. Aber auch sein Wacholderschnaps war nicht zu verachten.

Besonders gut bei Puste, wenn es bergauf ging, war Helmut, mitunter auch als Rübezahl mit knorrigem Stock bewaffnet, der von Zeit zu Zeit das Feld aufrollte, während Uli und ich uns bemühten, kräftesparend über die Runden (besser: über die Berge) zu kommen. Was heißt hier: Berge? Wir wanderten über sanfte bewaldete Hügel.

Wir liefen bei der Begehung der Tropfsteinhöhle keine Gefahr, von herabstürzenden riesigen Stalaktiten erschlagen zu werden. Es handelte sich nur um Tropfsteine „light“, „sehr light“. Bei näherem Hinsehen waren sie als solche auszumachen. Aber die Höhlenspinne schien un­serem wackeren Höhlenführer ausführlicher Erwähnung wert, nun ja. Einen Höhlenschnaps lernten wir nicht kennen.

Auf der „Brathähnchenfarm“ war schwer was los. Nachdem uns die umtriebige Chefin be­stuhlt hatte, rissen wir unseren Geflügelhälften beidhändig die Keulen aus und verschlangen mit fettigen Fingern das ansonsten akzeptable knusprige Tier.

Als „Pfadfinder“ bewährte sich wieder einmal der zu höheren geographischen Weihen gelang­te Lutz, der in friedlicher Abstimmung mit dem wegekundigen Uli uns auf dem richtigen Weg hielt – jedenfalls meistens.

Sonnendurchglüht erreichten wir in schwindelnder Höhe die Burg Schwarzenfels. Namenlo­ses Entsetzen! - Anstatt in ein Glas mit durstlöschendem Naß schauten wir in die Röhre. We­gen Insolvenz geschlossen. Da verging uns der Spaß an weiterer Erkundung des Gemäuers. Aber Rettung war nicht weit. Etwas tiefer besetzten wir das „Gasthaus zur Burg“ und beug­ten einer Dehydrierung vor.

Zu erwähnen ist noch, daß wir den verhinderten Wanderkameraden Heinz-Wilhelm Hesse und Klaus Schwinge eine Grußkarte sandten. Leider verließ Wolfgang uns – entschuldigt – ei­nen Tag früher. Wie wir später von ihm erfuhren, hatte er „transportmäßig“ noch einigen Wi­derwärtigkeiten zu erleiden.

So endete dann am Samstag unsere gemeinsame Wanderung durch Schlüchtern und den Be­reich des Vogelsbergs bei warmem, sonnigem Wetter. Wie es sich für Männer unseres Stan­des ziemt, warfen wir auch schon kühn einen Blick in unsere Wander-Zukunft. Ohne viel Fe­derlesens erklärte sich Ken bereit, eine Tour 2018 zu planen und zu leiten. Da war auch die Rede von Berlin Mitte. Was soll ich darunter verstehen? Den Fernsehturm umkreisen oder gar besteigen? Eendschie zum Mitwandern animieren, ha,ha,ha? - Sei’s drum, vielleicht finden wir uns in märkischer Heide und märkischem Sand wieder, nicht wahr, nicht, nicht?

Seid gegrüßt, liebe Klassen- und Wanderkameraden. Ich freue mich, an dieser schönen Wan­derung teilgenommen zu haben. Wie ich von euch erfahre, habt Ihr auch diese Tage als bele­bend empfunden. Uli hatte dankenswerterweise alles gut in die Wege geleitet.


Als Verfasser dieser Zeilen wie gewohnt: --- Dieter --- 03.06.2017 ---

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