2015 Bericht

Bericht über die Rhönwanderung der ruhmreichen 13m/61 vom 9.bis 14.Juni 2015

Vorausgeschickt sei, daß dieser „Bericht“ kein naturkundlicher oder kultureller Erguss sein soll. In wenigen dürren Worten Aufzählung der Stationen und dann lockere Betrachtungen. Wer jetzt seine sowieso zerknitterte Stirn runzeln will, dem sei anheim gestellt, selbst ein derartiges Elaborat zu „kreieren“ oder auf deutsch: zu „verfassen“.

Die Vorgeschichte ist kurz erzählt. Nach unserer Albwanderung im letzten Jahr wurde Heinz-Wilhelm „ausgeguckt“, die diesjährige Tour zu organisieren. Zu seiner Ehre sei angeführt, daß wir nicht die Folterinstrumente zeigen mußten. Er tat es freiwillig. Und schon jetzt lobenswert hervorgehoben, er tat es mit Bravour.

Die Wanderer: Wolfgang Brück, Lutz von Hamm, Heinz-Wilhelm Hesse, Ulrich Kohlstädt, Ken Paulin, Helmut Rager, Dieter Seydler

Die Stationen:

Di. 09. Juni - Anreise

Mi. 10. Juni - Milseburg, Kunst in Kleinsassen

Do. 11. Juni- Wasserkuppe, Segelflugmuseum, Guckaisee, Fulda

Fr. 12. Juni- Point Alpha, Zonengrenze

Sa. 13. Juni- Drei-Länder-Eck, Rotes Moor. Basaltsäulen

So. 14. Juni- Heimfahrt (bis auf Dieter, der mit Margret noch zwei Tage anhängte)

Die „Täter“ dieser Rhönbegehung stellen natürlich die rüstige Elite der sowieso ruhmreichen 13m/61 dar. Also die sieben Zwerge … nein, nein sieben wandererprobten Gesellen versammeln sich wie geplant am 9. Juni im lauschigen „Sonnenhof“ zu Tränkhof und tränken sich erst einmal mit einem Pils. Allerdings gibt es da ein paar unrühmliche Verweigerer, die ihren Durst - auch später - mit kastrierten Getränken zu löschen versuchen. Bacchus möge ihnen verzeihen. Einen entscheidenden Beitrag zur Vergrö­ßerung unseres Wander-Radius liefert Heinz-Wilhelm mit dem freiwilligen, groß­zügigen Einsatzes seines „Sprinters“. Na­türlich brauchte das Vehikel hier seinem Namen keine Ehre zu machen. Es beför­derte uns - soweit es die anstrengende Wegerkundung zuläßt - zuverlässig zu den angestrebten Orten.

Da stehen wir nun, kaum verändert in den letzten fünfzig Jahren, wenn man einmal von Kleinigkeiten absieht. Sicher, die Stürme des Lebens haben mehr oder weniger das Haupthaar weggeblasen oder graue Farbe hat sich dort breitgemacht, der Körper hat sich an einigen Stellen gerundet. Aber ansonsten sind wir doch ganz gut in Schuss. Noch ist nicht Lebensabend, wir mümmeln noch keinen Haferschleim, wir stehen erst am Spätnachmittag des Lebens.

Aber es muß eine Verschwörung gegen die fußläufige Begehung der Rhön geben. Die Landkarten sind wohl von findigen Fälschern so manipuliert worden, daß man sich schwer zurechtfindet und irregeführt wird. Selbst Lutz als Experte rätselt bisweilen.

Zu den Preisen für Speisen und Getränke können wir angenehm vermerken, daß wir in der Walachei … äh... im ehemaligen Zonengrenzbereich sind. Der „Kümmerling“ für 1,50 (!) EUR, Donnerwetter!

In Milseburg sehen wir keine Burg mehr, auch der sagenhaften Riesen Milse steht nicht wieder auf. Wir klettern auf die Steine, die seinen Grabhügel darstellen könnten, und schauen weit über das Land.

Auf der Wasserkuppe finden wir zwar kein Wasser, aber wir gehen in die Luft; nein, nicht ganz, wir lassen uns von einem kundigen Segelflug - Fuzzi erklären, mit welch seltsamen Fluggeräten die Flugpioniere in die Luft gingen. Da bleibt uns manchmal die Luft weg.

Was wäre ein Aufenthalt im ehemaligen Zonengrenzgebiet ohne eine Besichtigung der grauslichen Überreste der Grenzbefestigungen unserer (notgedrungen) roten Brüder? Am Point Alpha standen unsere Beschützer und schauten kaltblütig auf die makabren Symbole des Kalten Krieges.

Das „Rote Moor“ steuern wir an. Genau so wenig, wie das Rote Meer rot ist, läßt auch dieses Moor die besagte Farbe vermissen. Aber die früheren Torfköpfe, … nein … Torfbauern hatten Torf als Brennmaterial entdeckt und feste abgebaut oder „gestochen“, wie man wohl sagt. Jetzt dreht man den Spieß um und „baut“ wieder Sumpf an.

Erkaltetes Magma ist verantwortlich dafür, daß an einigen Stellen Brocken davon wild herumfliegen … nein! ... herumliegen, an anderen Stellen sich zu Säulen geschichtet haben. So sehen die Basaltsäulen wie gestapelte Holzstämme aus.

Das IT-Geschwätz hält sich in Grenzen. Selbst Uli bedient sein Gerät verblüffend dezent, immerhin mit nützlichen Ergebnis­sen. Allerdings ist durchaus positiv zu ver­merken, daß Ken einen wohl digital etwas unterbelichteten Kameraden (Ihr wißt schon, wer gemeint ist) wie mit Zauber­hand von einem Smaatfohn-Problem be­freite. Politische Themen kommen auf den Tisch. Griechenwirrwarr .. igitt, igitt. Der Räuber Putin verschuldet fast eine Eskala­tion unserer umtriebigen Küchenpolitolo­gen. Muß das sein?

Wir verabschieden uns am Sonntag ohne Tränen in den Augen, aber sehr freundschaftlich.

Euer zu leicht ironischer Betrachtung und Darstellung neigender Klassen- und Wanderkamerad Dieter.

Geschrieben im 10. Jahr nach Eenschies Machtergreifung. 25. Juni 2015

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